WOLFGANG SCHILD

RECHTSANWALT

 

Vorbemerkungen:

Ich bin fortlaufend bemüht, zu klären, ob und in welchem Umfang der Kanzleibetrieb wieder "geöffnet" werden kann, d.h. ob und in welchem Umfang auch persönliche Vorsprachen wieder ermöglicht werden können. Während die gegenwärtigen Lockerungen wohl vornehmlich wirtschaftlichen (und nicht etwa freiheitsrechtlichen) Interessen dienen, geht es mir vorrangig um den Schutz Ihrer und auch meiner Gesundheit. Dieser Kurs soll so lange wie nötig durchgehalten werden. Die nachstehende Sammlung systematischer Zufallsfunde von Hinweisen/Zitaten spiegelt wieder, an welchen Aspekten ich mich - durchaus einseitig - orientiere.


Aerosolforscher: “Wir müssen ein ganz anderes Lüftungsverhalten entwickeln”

Redaktionsnetzwerk vom 2.8.2020


Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Zeit-online vom 12.7.2020

Infiziert, aber anschließend nicht immun

Spektrum.de vom 8.7.2020


TAZ, Neue Coronawelle in Deutschland


Tagesschau.de vom 22.6.2020

Kommt jetzt die zweite Welle?

Auszug:

" ... das RKI schätze die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit aber weiterhin insgesamt als hoch ein, für Risikogruppen als sehr hoch. ..."


Zeit-Online vom 21.6.2020

R-Wert liegt laut Robert Koch-Institut bei über 2,0

Auszug:

"... Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) über den Wert von 2,0 gestiegen. Der "4-Tage-R" werde nun auf 2,88 geschätzt, der "7-Tage-R" auf 2,03, teilte das Institut am Abend in seinem täglichen Lagebericht mit. Das sei vor allem auf lokal begrenzte Ausbrüche unter anderem auf einem Schlachthof in Gütersloh zurückzuführen. Am Samstag war der "7-Tage-R" auf 1,55, am Freitag auf 1,17, am Donnerstag auf 1,00 und am Mittwoch auf 0,89 geschätzt worden. Am Tag zuvor hatte das RKI den Wert noch mit 1,79 angegeben, vor dem Wochenende mit 1,06. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. ... Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum, das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen, und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert mit Datenstand 20. Juni, null Uhr, auf 1,55 (Vortag: 1,17). 100 Infizierte stecken damit rechnerisch im Schnitt 155 Personen an und die Zahl der Erkrankten nimmt damit insgesamt zu. ..."


Tagesspiegel.de vom 10.6.2020

"136.000 Neuinfektionen an einem Tag; Coronavirus weltweit - schlimmer als je zuvor"


Auszug:

" Deutschland entspannt sich: Berliner Kinder können bald wieder im Regelbetrieb in Kitas und Schulen, Thüringen hebt die Kontaktbeschränkungen ganz auf. Bundesweit gibt es täglich nur noch rund 300 Neuinfektionen am Tag, viele Landkreise sind sogar seit Tagen ohne Neuinfektionen.

Am 16. Juni werden die Grenzen wieder offen sein, die Sommerferien stehen vor der Tür und die Mittelmeerländer freuen sich auf die ersten Urlauber aus Deutschland. Klingt, als sei die Corona-Pandemie schon so gut wie überstanden.

Doch das Gegenteil ist der Fall. In Europa verbessert sich die Lage zwar von Tag zu Tag, doch weltweit ist sie so dramatisch wie zu keinem anderen Zeitpunkt seit Beginn dieser Pandemie.

Die erschreckende Meldung der Weltgesundheitsgesundheitsorganisation (WHO) vom Wochenende: Innerhalb von 24 Stunden seien weltweit mehr als 136.000 neue Corona-Fälle gemeldet worden - so viele wie nie zuvor an einem Tag. An neun der vorangegangenen zehn Tage seien es immer mehr als 100.000 Fälle gewesen. ..."

 


n-tv.de vom Montag, dem 1.6.2020

Wie überträgt sich Sars-CoV-2? Forscher sind den Aerosolen auf der Spur


Deutschlandfunk.de vom 27.5.2020

Virologe Drosten zu Aerosol-Übertragung„Im Alltag eher aufs Lüften konzentrieren als auf ständiges Desinfizieren“

Auszug:

"Die Übertragung des Coronavirus durch Aerosole, also Schwebeteile in der Luft, gerät immer mehr in den Fokus. Sie könnte gleichbedeutend mit der Tröpfchenübertragung sein, sagte der Virologe Christian Drosten im Dlf. Regelmäßiges Lüften könne das Risiko einer Aerosol-Übertragung verringern.

... Die Bedeutung der Aerosol-Übertragung ist schon länger in der wissenschaftlichen Diskussion. „Langsam zeigen sich anscheinend die Auswirkungen“, sagte der Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, im Deutschlandfunk. Das zeigten Coronavirus-Ausbrüche wie zuletzt in einer Baptistengemeinde in Frankfurt am Main oder in einem Restaurant in Leer, aber auch die wissenschaftliche Literatur. Um die Aerosol-Übertragung zu verringern, müsse die Viruslast im Raum bewegt und rausbefördert werden – etwa durch regelmäßiges Lüften. Das könne im Alltag möglicherweise entscheidender sein als Händewaschen und Desinfizieren, so Drosten. ...

Christian Drosten: Ich glaube, dieses Virus ist sehr ansteckend. Das wissen wir ja schon lange. Die Frage ist aber natürlich genau, wie es infiziert, und da kommen natürlich im Laufe der Zeit neue Informationen zusammen – nicht nur aus diesen Einzelbeobachtungen von solchen Ausbrüchen, sondern auch aus der wissenschaftlichen Literatur. Und es mehrt sich hier der Eindruck, dass wir zusätzlich zur Tröpfcheninfektion auch eine deutliche Komponente von Aerosolinfektionen haben. Das ist etwas, das schon seit Wochen im Prinzip besprochen und in der Diskussion ist, aber jetzt langsam zeigen sich anscheinend die Auswirkungen davon.

Engels: Sie haben es angesprochen: Die Ansteckungsgefahr über Aerosole, lange in der Luft fliegende Schwebeteilchen mit Viruslast, das wird von Forschern nun schwerwiegender gesehen als noch vor einigen Wochen. Was tun dagegen?

Drosten: Na ja, man kann natürlich sich schon Dinge überlegen, die aber im Moment noch nicht in Richtlinien umgesetzt sind. Das ist immer ein bisschen das Problem, das wir da haben. Wenn man eine gute Vorstellung von diesen Infektionsmechanismen hat, dann kann man Hinweise geben. Nur dann kriegt man immer gesagt, aber das steht doch nirgends in einer Richtlinie. Das schleppt also nach, dieses Verfassen von Richtlinien.

Aber ganz einfach gesprochen: Wenn es denn so ist, dass ein Virus in der Raumluft steht, dann muss diese Raumluft natürlich bewegt werden und herausbefördert werden. Das heißt, man macht das Fenster auf, setzt da einen großen Ventilator rein, der die Luft nach draußen bläst, und macht die Tür einen Spalt auf. Dann kann man natürlich so einen Raum auch entlüften und kann sicherlich auch so eine Aerosolkomponente verringern.

„Die Aerosolübertragung spielt eine wichtige Rolle“

Engels: Das heißt, generelle Einschränkungen, dass man Treffen in schlecht gelüfteten Restaurants und überhaupt Sitzungen in Räumen unterlässt, dass man Gottesdienste mit Gesang nicht zulässt, vielleicht Chorproben generell nicht. Das kann man im Einzelfall, wenn man dann doch gut durchlüften kann, durchaus zulassen, oder sollte man hier doch wieder über generelle Einschränkungen nachdenken?

Drosten: Na ja, diese Begriffe Zulassen und Einschränkungen, das sind solche Verantwortungsbegriffe, behördliche Begriffe, und da muss jemand dann auch dafür geradestehen, wenn dann trotzdem etwas passiert ist. Ich bin hier jetzt als wissenschaftlicher Experte in der komfortablen Situation, einfach erklären zu können, wie die Dinge wahrscheinlich sind nach neueren Daten. Da kann man dazu sagen: Wir haben im Laufe der Zeit immer mehr Hinweise aus der Wissenschaft bekommen, dass es diese Aerosolausscheidungen gibt. Und zwar sowohl durch direkte Messung – was gibt ein Patient von sich, mit einer technischen Apparatur gemessen –, wie auch durch diese Ausbruchsuntersuchungen, wo man einfach immer mehr sagen muss, das muss über eine Aerosolinfektion gelaufen sein. Das sind nicht nur Beobachtungen in Deutschland, sondern in vielen anderen Ländern.

Wie macht man daraus jetzt aber was? Das ist das große Problem. Ein Ansatz dazu ist, natürlich zu sagen: Jeder darf das im Einzelfall entscheiden in der Fläche, jedes Gesundheitsamt darf sich selbst seinen Reim machen auf die Situation und sagen, wie es damit umgehen will. Aber ich glaube, das trägt nur ein Stück weit. Ab irgendeinem Zeitpunkt brauchen wir einfach vielleicht auch eine große Überarbeitung unserer jetzigen Richtlinien anhand neu aufkommender Vorstellungen zum Infektionsmechanismus, und dazu muss man einfach jetzt anerkennen, die Aerosolübertragung spielt eine wichtige Rolle. Sicherlich die Tröpfchenübertragung spielt auch weiterhin eine Rolle. Das ist ja die Übertragung, bei der man an diese anderthalb Meter Abstand denkt. Aber im Gewichtsverhältnis zur Aerosolübertragung ist das wahrscheinlich eine geringere Komponente. Vielleicht ist das so ungefähr gleichbedeutend, nur mal so vom Gefühl. Ich kann das auch nicht quantifizieren. Aber die direkten quantitativen Messdaten, die suggerieren, dass ungefähr genauso viel von sich gegeben wird im kleintropfigen Aerosol wie im großtropfigen Tröpfchennebel.

Und wo man auch noch mal hinschauen muss, ist die ganze Überlegung zu Desinfektionsmitteln, zu ständigem Händewaschen. In diesem Bereich ist es nun nicht so, dass im Laufe der Zeit mehr wissenschaftliche Daten aufkommen, die das bestätigen. Hier will ich mal vorsichtig sagen: Vielleicht wenn man einen Bereich zu Gunsten eines anderen Bereichs unterbetonen will und da mal lieber ein bisschen weniger drauf achten will und weniger investieren, dann wäre das wirklich dieser Desinfektionsmittel-Bereich im Alltag. Ich will jetzt nicht sagen, im Krankenhaus. Da ist es eine ganz andere Überlegung. Aber im Alltag sollte man sich eher vielleicht aufs Lüften konzentrieren und weniger auf das ständige Wischen und Desinfizieren.

„Wir brauchen viel mehr noch bessere Richtlinien“

Engels: Ab wann die Viruslast durch Aerosole in einem Raum gefährlich wird, auch dazu kann man noch nichts endgültig sagen. Sie sind Virologe. Sie sind natürlich kein politischer Entscheider. Aber wie passt es zusammen, wenn ja die Erkenntnisse noch nicht gesichert sind und gleichzeitig Herr Ramelow aus Thüringen, der Ministerpräsident, die Eigenverantwortung für Abstand halten, für möglicherweise auch einen Termin eben nicht wahrnehmen, dem Bürger übergeben will? Ist der damit nicht überfordert?

Drosten: Die Eigenverantwortung ist ja so das schwedische Modell, und wir sehen in diesen Tagen – wir werden das in den nächsten Monaten noch stärker sehen –, dass dort eine sehr hohe Übersterblichkeit entstanden ist. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das alles über Eigenverantwortung laufen kann. Ich glaube, wir brauchen viel mehr noch mal bessere Richtlinienwerke für bestimmte ganz wichtige gesellschaftliche Bereiche wie zum Beispiel jetzt die Schulen und die Kindertagesstätten, Kindergärten. Da muss natürlich etwas geschehen und da kann ich als Virologe sagen: Es gibt eigentlich keine großen Hinweise aus der wissenschaftlichen Literatur, die jetzt wirklich das bestätigen, was hier und da auch in Meinungsäußerungen beschrieben wird, nämlich dass die Kinder weniger infektiös sind oder weniger empfänglich für die Infektion. Das sieht für mich überhaupt nicht so aus anhand der vorhandenen wissenschaftlichen Daten. ..."

Merkur.de, 27.5.2020

Coronavirus in Deutschland: Infektionskette nach Restaurantbesuch wächst weiter

Auszug:

"... Update vom 26. Mai, 19.25 Uhr: Ein Restaurantbesuch im ostfriesischen Leer hat zu einer neuen Coronavirus-Infektionskette unter den Besuchern geführt. Noch am Dienstagvormittag ging man von 18 Neuinfizierten aus, nun teilte der Landkreis Leer eine aktualisierte Zahl mit.

Demnach soll es zu 26 nachgewiesenen Ansteckungen mit dem Virus gekommen sein, mindestens fünf Fälle kamen am Dienstag hinzu. 23 der Infizierten sollen den Erkenntnissen zufolge zur geschlossenen Gesellschaft zählen, die sich am 15. Mai im dem Lokal in Moormerland versammelt hatte. Die Zahl der Personen in Quarantänt stieg seit Montag von 133 auf 154 an.

 


Merkur.de. 25.5.2020

Corona-Übertragung: Neue Erkenntnis würde die Abstandsregel völlig ad absurdum führen

Auszug:

 

  • "...
  • Neue Studien lassen aber darauf schließen, dass manche Schutzmaßnahmen nutzlos sind.
  • Denn das Virus SARS-CoV-2 überträgt sich offenbar auch über so genannte Aerosole.

 

Ein Superspreader-Fall in den USA hat die Wissenschaft nun bei der Erforschung von SARS-CoV-2* in eine neue Richtung gelenkt und eine folgenschwere Erkenntnis offenbart. Demnach überträgt sich das neuartige Virus nicht nur nicht durch Tröpfchen, sondern auch über Aerosole. Denen ist weitaus schwieriger beizukommen. Dass eine Übertragung über Aerosole möglich sein könnte, ist dabei nicht ganz neu. Bereits zuvor gab es Studien, die in diese Richtung wiesen. Doch bislang ist der Verbreitungsweg nicht bestätigt. Das Robert-Koch-Institut schreibt etwa auf seiner Homepage zu Aerosolen abschließend: „Auch wenn eine abschließende Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt schwierig ist, weisen die bisherigen Untersuchungen insgesamt darauf hin, dass SARS-CoV-2-Viren über Aerosole auch im gesellschaftlichen Umgang übertragen werden können.“

Coronavirus-Übertragung durch Aerosole: Fast komplette Chorgruppe infiziert sich beim Singen

Aber erst einmal zurück zum konkreten Fall im Bundesstaat Washington. Dort traf sich Anfang März eine Chor-Gruppe - schon damals unter Corona-bedingten Sicherheitsvorkehrungen*. Es gab keine herzlichen Begrüßungen, Desinfektionsmittel* standen allen Mitgliedern zur Verfügung, die Abstandsregeln wurden eingehalten.

Dennoch erkrankten in der Folge allem Anschein nach 53 von 61 Anwesenden an Covid-19. Bei 33 schlugen Tests an, 20 weitere zeigten Symptome*. Drei Personen mussten sogar im Krankenhaus behandelt werden, für zwei von ihnen kam jede Hilfe zu spät. Diese Infektionskette wurde von einem einzigen Chor-Mitglied ausgelöst, das während des gemeinsamen Singens das Virus in sich trug.

Lesen Sie dazu: Im März griff das Coronavirus in Deutschland so richtig um sich. Doch schon im Januar gab es die ersten Fälle. Diesen geht eine Studie auf die Spur - und zeigt wie sich das Coronavirus von Patient 0 aus in Deutschland verbreiten konnte.

Coronavirus-Übertragung durch Aerosole: Abstandhalten reicht wohl zum Schutz nicht aus

Laut Spiegel ereignete sich ein ähnlicher Fall in der Berliner Domkantorei. Hier trafen sich 80 Chorsänger, mehr als 30 von ihnen infizierten sich. Dabei waren auch hier die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen strikt eingehalten worden.

Diese Erfahrungen ließen letztlich nur einen Schluss zu: Das neuartige Coronavirus wird beim Niesen, Husten oder Sprechen nicht nur durch Tröpfchen verteilt, sondern auch durch die bereits erwähnten Aerosole. Diese halten sich deutlich länger in der Luft, womit Distanzwahren eben kein ausreichender Schutz vor einer Ansteckung* mehr wäre.

Coronavirus-Übertragung durch Aerosole: US-Studie offenbar Aerosol-Verteilung durch Sprechen

Zu diesem Schluss kommt auch eine US-Studie. In dieser sprachen Probanden in einem geschlossenen Raum 25 Sekunden lang den Satz „Stay healthy“  - also „Bleib gesund“ - vor sich hin. Vor allem das „th“ im zweiten Wort wurde als guter Maßstab angesehen, da dessen Aussprache viele Tröpfchen hervorrufe. Das Ergebnis des Tests: Hochgerechnet auf eine Minute würden in geschlossenen Räumen beim Sprechen mehr als 1000 virusverseuchte Tröpfchen freigesetzt werden, die sich länger als acht Minuten in der Luft halten würden.

Laut dem Aerobiologen Donald Milton könnten sogar einfaches Atmen genügen, um Aerosole in der Luft zu verteilen. Der Experte für Infektionskrankheiten testete mit seinem Team den Ausstoß von Probanden mit Grippesymptomen und kam zu dem Schluss: „Sie mussten nicht husten, um Viren auszuwerfen.“ Allerdings sei nicht klar, ob diese so freigesetzten Aerosole bereits eine Ansteckung hervorrufen könnten.

Coronavirus-Übertragung durch Aerosole: RKI sieht Abhängigkeit von Lautstärke beim Sprechen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) beschreibt die Aerosole als Tröpfchenkerne, die kleiner als fünf Mikrometer seien. Also für das menschliche Auge unsichtbar. Die Experten verweisen auf eine „Studie mit experimentell erzeugten und mit SARS-CoV-2-Viren angereicherten Aerosolen“, derzufolge „vermehrungsfähige Viren bis zu drei Stunden nachweisbar“ seien. Diese „künstliche mechanische Aerosolproduktion“ unterscheide sich jedoch grundlegend vom menschlichen Ausstoß.

Studien hätten jedoch gezeigt, dass Aerosole „beim normalen Sprechen und in Abhängigkeit von der Lautstärke“ freigesetzt würden und das Virus übertragen könnten. Das RKI nennt als Beispiel einer Verbreitung das Singen in der Gruppe. Eine abschließende Beurteilung sei jedoch noch schwierig.

Übringens: In einer anderen Studie beschäftigten sich unter anderem Forscher vom RKI mit der Frage, ob ein Infizierter das Coronavirus bereits auf andere übertragen kann, bevor er erste Symptome zeigt. Die Erkenntnisse der Wissenschaftler sind ernüchternd

Coronavirus-Übertragung durch Aerosole: Unter freiem Himmel ist diese Gefahr gebannt

Der Virologe Christian Drosten* betont in der SZ jedoch: „Ich denke, man muss davon ausgehen, dass Aerosol-Übertragung stattfindet.“ Der Coronavirus-Experte verweist dabei auf Ergebnisse aus Hongkong: Dort sind die Hälfte der von Menschen ausgeschiedenen Viren in Aerosolen zu finden.

Die Schlussfolgerung: Das Leben sollte mehr und mehr nach draußen verlagert werden. Denn unter freiem Himmel gelte: „Das weht eh weg, was über Aerosol-Übertragung verbreitet wird.“ Alternativ müssten die Fenster aufgerissen werden, um eine Luftzirkulation zu gewährleisten. ..."

 


Frankfurter Rundschau, FR.de, 20.5.2020

Auszüge:

Virologe Kekulé warnt: „Man nimmt Opfer in Kauf“

+++ 19.40 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé mahnt angesichts der vielen neuen Forderungen nach Lockerungen der Corona-Beschränkungen zur Vorsicht. „Da riskiert man letztlich am Ende des Tages immer Tote - ob man Urlaub fordert, ob man Altenheimbesuche fordert“, sagte er am Mittwoch im Podcast „Kekulés Corona-Kompass“. Gleiches gelte für die Forderung nach Schul- und Kitaöffnungen. Dabei nehme man Opfer in Kauf. „Das muss man so brutal sagen.“ Man könne aber auch nicht um jeden Preis alle Opfer verhindern. „Das wäre gesellschaftlich nicht vertretbar.“ Ein perfekter Schutz sei nicht möglich.

Kekulé pocht auf weitreichende Schutzmaßnahmen auf dem Weg aus dem Lockdown. Er plädierte etwa dafür, ältere Menschen für ihren Alltag mit professionellen Infektionsschutzmasken (FFP2-Masken) auszustatten, und für „breite Verfügbarkeit von Tests“ - auch für Besucher in Altenheimen."

" ... Corona in Deutschland: Analyse-Experten warnen vor zweiter Covid-19-Welle

+++ 11.15 Uhr: Analyse-Experten der Wiesbadener Technologieberatung Invensity warnen vor bevorstehenden Covid-19-Wellen. Corona könnte stärkere Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem haben, als die aktuelle. 

Basis ihrer Berechnungen sind die aktuellen Daten des RKI und weiterer öffentlicher Quellen. Diese haben sie ausgewertet und mögliche Szenarien mittels epidemiologischer Modelle vorausberechnet. Im ungünstigsten Fall erkranken bereits Mitte Juni mehr Personen am Coronavirus, als das Gesundheitssystem, wie es aktuell aufgestellt ist, wird handhaben können.

„Der vermeintliche Wettstreit der Bundesländer, wer schneller die verschiedenen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung wieder lockert, könnte zur Folge haben, dass wir um den 15. Juni 2020 herum mehr Covid-19-Erkrankungen in Deutschland haben werden als Behandlungskapazitäten“, warnt Frank Lichtenberg, Geschäftsführer von Invensity. Lichtenberg erklärt: „Wir wollen mit unseren Szenarien keine Panik, sondern Realismus verbreiten. Sie bieten eine Orientierung, um sich auf alle Fälle vorbereiten zu können.“ ..."
 


ntv, 16.5.2020

"Rollt die zweite Corona-Welle auf uns zu?"

Auszug:

"Deutschland scheint die Ansteckungszahlen in den Griff zu bekommen. Immer mehr Lockerungen kommen. Mit ihnen wächst allerdings die Sorge vor neuen Infektionen. Wissenschaftler rechnen sogar mit einer zweiten Welle. Aber wie wahrscheinlich ist die?

Noch vor einer Woche rechnete das Robert-Koch-Institut (RKI) in der Corona-Krise fest mit weiteren Ansteckungswellen. "Das ist eine Pandemie. Und bei einer Pandemie wird dieses Virus so lange Krankheiten hervorrufen, bis 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infiziert sind", bekräftigte RKI-Präsident Lothar Wieler. Es werde "mit großer Sicherheit" eine zweite Welle geben, dessen sei sich die Mehrheit der Wissenschaftler sicher. Viele gingen sogar von einer dritten Welle aus, so Wieler. Mittlerweile äußert sich das RKI jedoch zurückhaltender: Eine weitere Welle könne nun doch verhindert werden, "wenn wir uns alle vernünftig verhalten und Infektionen vermeiden."

Sind die neuen Infektionsherde in China die ersten Signale, dass eine weitere Coronavirus-Welle auf uns zurollt?

Das lässt sich so genau nicht sagen. In der Millionenstadt Jilin waren am vergangenen Wochenende 21 Fälle bekannt geworden. Die Stadtverwaltung nennt die Lage "sehr ernst". Auch in Wuhan wurden neue Infektionen gemeldet. Allerdings sind lokale Ausbrüche etwas, "das immer wieder vorkommen kann - auch bei uns in Europa", sagt Epidemiologe und Katastrophenschutz-Experte Timo Ulrichs bei ntv. Auch bei einer stabilen Lage, wie zurzeit in Deutschland, könnten immer wieder kleine Infektionsherde aufflammen, da man nicht alle Menschen testen kann. Das bedeute noch keine weitere Welle, sollte aber dennoch aufmerksam beobachtet werden, ergänzt der Experte. "Durch die Lockerungen nimmt das Risiko solcher lokalen Ausbrüche zu, wie man aktuell in einigen deutschen Wurstfabriken und Pflegeheimen sehen kann."..."


Spektrum.de, 16.5.2020

Steckt das neue Coronavirus in schwebenden Tröpfchen?

Auszug:

" ... Reden ist Silber, Singen ist Gold – jedenfalls anscheinend für Sars-CoV-2. Immer mehr deutet darauf hin, dass winzigste Tröpfchen, die sehr lange in der Luft schweben können, tatsächlich bedeutend dazu beitragen, das Virus zu verbreiten. Einige Fachleute hatten das bereits vermutet, konnten es aber bislang nicht belegen.

Doch je genauer sie Ansteckungsereignisse nachverfolgen, desto stärker werden die Indizien. Am 7. April erschien eine Analyse chinesischer Fachleute von 318 Ansteckungsereignissen, von denen 316 in Innenräumen stattfanden; zwei Wochen später berichtete ein anderes Team von mehreren Ansteckungen im Luftstrom einer Klimaanlage in einem Restaurant in Guangzhou. Beides deutet auf schwebende Aerosole als Ursache.

Als Aerosol bezeichnet man gemeinhin Tröpfchen mit weniger als etwa fünf bis zehn Mikrometer Durchmesser, die sich im Luftstrom mitbewegen. Anders als größere Tröpfchen, die sich schnell absetzen, können sich solche Aerosole in der Luft anreichern oder über weite Strecken transportiert werden. Die winzigen Speicheltröpfchen entstehen ganz besonders beim Sprechen oder Singen. Doch enthalten sie aktive Viren, mit denen man sich anstecken kann?

Ein schwer zu beweisender Verdacht

»Nach Ansicht der Wissenschaftler, die daran arbeiten, gibt es absolut keinen Zweifel darüber, dass sich das Virus über die Luft verbreitet«, sagte schon im März die Aerosolforscherin Lidia Morawska von der Queensland University of Technology in »Nature«. »Es ist offensichtlich.« Es nachzuweisen gestaltete sich jedoch äußerst schwierig. ..."

 


Merkus, 18.5.2020

Auszüge:

"Update vom 18. Mai, 11.30 Uhr: Einen massiven Corona-Ausbruch gibt es aktuell in einem Flüchtlingsheim in St. Augustin (Nordrhein-Westfalen). 130 Menschen sind mit Corona infiziert. Die restlichen 170 Bewohner hätten sich nicht infiziert, wie Tests gezeigt hätten, sagte am Montag eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln. 

Der Reproduktionswert R liegt nach RKI-Angaben bei R=94 (mit Datenstand 17. Mai; 0:00 Uhr). Das RKI weist in seinem Situationsbericht vom 17. Mai ausdrücklich daraufhin, dass dieser R-Wert das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis zwei Wochen abbildet.

Die ersten Coronavirus-Infektionen sind bei einem Autozulieferer in Bayern aufgetreten. Wissenschaftler haben diese Corona-Fälle, wie Merkur.de* berichtet untersucht und ihre Erkenntnisse veröffentlicht. 

Corona-Krise in Deutschland: Nächster Ausbruch auf Schlachthof

Update vom 18. Mai, 6.41 Uhr: Nun hat es erneut einen massiven Ausbruch von Coronavirus-Infektionen in einem deutschen Schlachthof gegeben. Im niedersächsischen Dissen wurden 92 Mitarbeiter eines Betriebs positiv getestet, teilte der Landkreis Osnabrück am Sonntag mit. Demnach wurde für die Infizierten und ihre Kontaktpersonen Quarantäne angeordnet. Ab dem heutigen Montag wird die Produktion in dem Schlachthof ausgesetzt. 

 


15.5.2020, Tagesspiegel: Voßkuhle sieht keine Alternativen zur deutschen Strategie

(Äußerungen des scheidenden Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle)

Auszug:

"... Gleichzeitig warnte der Verfassungsrichter, auch in Deutschland wisse man nicht, ob die Strategie aufgehe. „Wir wissen zum Beispiel nicht, welche Folgen all die Lockerungen haben werden, die jetzt angekündigt worden sind.“ Die Bürger könnten aber andererseits darauf vertrauen, dass die Grundrechte wiederhergestellt würden, sagte Voßkuhle. „Die Menschen werden ihre Freiheiten zurückbekommen, ohne Abstriche. Da bin ich sicher.“

Gleichzeit warnte Voßkuhle, dass niemand wissen könne, was in der Coronavirus-Krise noch geschehe. Die Pandemie werde womöglich länger dauern, als manche denken. „Es kann auch noch schreckliche Entwicklungen geben, einen heftigen Rückfall, oder das Virus mutiert und wird noch gefährlicher. ...“


12.5.2020 NTV Drosten sieht offene Restaurants sehr kritisch

Auszug:

"Im Zuge der Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise dürfen jetzt in Deutschland auch Restaurants wieder öffnen. Dabei gelten zwar strenge Regeln, vor allem müssen die Betreiber auf Sicherheitsabstände zwischen den Gästen achten. Trotzdem sehen Fachleute selbst diese vorsichtigen Öffnungen sehr kritisch. Zu ihnen gehört Virologe Christian Drosten (Anm.: Virologe und Direktor des Instituts für Virologie an der Charité). In seinem jüngsten NDR-Podcast gibt er dem SPD-Gesundheitsexperten und Epidemiologen Karl Lauterbach recht, der vor Infektionen durch sogenannte Aerosole in Innenräumen warnt.

Fast alle Infektionen über Tröpfchen und Aerosole

Aufgrund von Studien und aus dem, was er summiere, schätze er, dass sich das Coronavirus nur zu rund zehn Prozent durch Schmier- oder Kontakt-Infektionen ausbreite. Die Hälfte der Übertragungen geschehe durch Tröpfchen und fast genauso oft durch Aerosole, sagt der Experte der Berliner Charité. Dabei handele es sich ebenfalls um Tröpfchen, die beim Atmen, Sprechen oder Husten ausgestoßen würden. Aber sie seien wesentlich kleiner.

Tröpfchen seien größer als fünf Mikrometer und fielen durch ihr Gewicht rund 1,5 Meter nach der Ausscheidung zu Boden. Daher stammten die aktuellen Abstandsregeln, unter anderem auch in Restaurants, sagt Drosten. Aerosole seien aber kleiner als fünf Mikrometer und schrumpften durch Verdunstung. Je kleiner sie würden, desto mehr nehme ihr Gewicht ab. Schließlich seien sie leichter als Wasser und könnten so sehr lange in der Luft stehen bleiben. In den Aerosol-Partikeln könnten sich infektiöse Viren "tatsächlich für mehrere Stunden" halten, erklärt der Virologe. ..."

Anmerkung: Die Übertragbarkeit des Virus durch Aerosole mit ggfls. stundenlang wirksamen Virengehalten und deren Gefährlichkeit bei Aufenthalten in Innenräumen  - wie etwa bei Besprechungen in der Kanzlei - ist einer der wesentlichen Gründe, warum solche Besprechungen jedenfalls derzeit nicht stattfinden!


10.5.2020 - Spektrum.de: Wessen Coronarvirus-Strategie hat am besten funktioniert?

Auszug:

"Hongkong scheint der Welt eine Lektion erteilt zu haben, wie Covid-19 wirksam eingedämmt werden kann. Bei einer Bevölkerung von 7,5 Millionen Menschen gab es nur vier Tote. Forscher haben das Vorgehen Hongkongs untersucht. Sie stellten fest: Eine rasche Überwachung, Quarantäne und Maßnahmen zur sozialen Distanzierung, wie die Verwendung von Gesichtsschutzmasken und Schulschließungen, haben dazu beigetragen, die Übertragung des Coronavirus zu senken..."


An Corona verstorben - wieviel Lebensjahre werden verloren: Tagesschau.de

NTV vom 8.5.2020: Übersterblichkeit durch Corona - Deutschland registriert mehr Tote als sonst


7.5.2020 - Tagesschau.de, Stand 27.4.2020: Übersterblichkeit - 100.000 Tote mehr innerhalb von vier Wochen

Auszug:

" ... Die historisch hohe Zahl von Todesfällen könnte darauf hinweisen, dass weit mehr Menschen durch eine Covid-19-Infektion verstorben sind als bislang angenommen. In Großbritannien könnte die Zahl beispielsweise doppelt so hoch liegen.

Zudem hätte es ohne Schutzmaßnahmen mutmaßlich noch weit mehr Opfer gegeben. So kommt die French School of Public Health in einer Studie zu dem Schluss, dass in Frankreich ein einmonatiger Lockdown bis zu 60.000 Todesfälle verhindert hat - und dass ohne diese Maßnahmen bis zum 20. April mehr als 100.000 Betten auf der Intensivstation benötigt worden wären. ..."

Zu Fragen der Statistik, hier: Heinsberg-Studie

- FAZ.net vom 7.5.2020

- Spektrum.de vom 4.5.2020

 


5.5.2020 - Tagespiegel

(Zum Artikel) Auszug:

"Weitere Nachrichten am Dienstagmittag: Der Präsident des Robert-Koch-Institutes (RKI) Lothar Wieler rechnet mit einer zweiten Infektionswelle in Deutschland. In der Pressekonferenz des RKI sagte er am Dienstag, dass die geplante App zur Nachverfolgung der Fälle nicht zu spät komme. Wieler zufolge sei die App weiter von Bedeutung, da es mit "großer Sicherheit" eine zweite Welle und womöglich auch eine dritte Welle geben werde. ..."

Und:

"Die zweite und dritte Corona-Welle könnte schlimmer als die erste werden" (zum Artikel)


28.4.2020 - Tagesschau - Reproduktionsrate steigt wieder

Auszug:

"In Deutschland ist die Reproduktionsrate des Coronavirus nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 1,0 gestiegen - das bedeutet, dass jede infizierte Person einen weiteren Menschen ansteckt.

Die Zahl der Neuerkrankungen geht nicht mehr leicht zurück wie in den vergangenen Tagen. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3, in den vergangenen Tagen bei 0,9 - jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Diese Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

Kleine Steigerung kann erhebliche Folgen haben

Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse diese Reproduktionszahl unter 1 liegen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Zuge der Ankündigung erster Lockerungen der Schutzauflagen deutlich gemacht, dass schon vermeintlich kleine Änderungen der Reproduktionszahl erhebliche Folgen haben können. ..."

 


23.4.2020 - Robert-Koch-Institut: Nowcasting

Auszug:

"... Aufbauend auf dem Nowcasting kann eine Schätzung der zeitabhängigen Reproduktionszahl R durchgeführt werden. Wie im Epidemiologischen Bulletin 17/2020 erläutert ergibt die R-Schätzung für Anfang März Werte im Bereich von R=3, die danach absinken, und sich etwa seit dem 22. März um R=1 stabilisieren. Am 9. April lag der Wert von R bei 0,9. Unter anderem die Einführung des bundesweit umfangreichen Kontaktverbots führte dazu, dass die Reproduktionszahl auf einem Niveau unter 1/nahe 1 gehalten werden konnte. Gelingt das dauerhafte Niedrighalten der Reproduktionszahl unter 1 nicht, so setzt sich der anfängliche exponentielle Anstieg wieder fort. Selbst ein R von 1,3 bedeutet bei einer Generationszeit von 4 Tagen eine Verdoppelung der Anzahl von Neuerkrankung innerhalb von etwa 11 Tagen. ..."

 


Tagesspiegel vom 20.4.2020

Auszug: "Die zweite Option, die der Epidemiologe (Anm.: Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmhotz-Zentrum für Infektionsforschung) bevorzugt, ist der Versuch, das Virus auszutrocknen. Dafür müssten strenge Kontaktverbote noch mehrere Wochen gelten. Wenn durch radikale Maßnahmen in einem relativ kurzen Zeitfenster Kontakte so sehr reduziert würden, dass sich das Virus nicht mehr verbreiten kann, gäbe es die Chance, die verbleibenden Fälle mit Methoden wie Kontakt-Tracing durch Apps und Tests zu kontrollieren.  ..." Und - bezogen auf den demgegenüber durch die Politik beschrittenen (wohl fatalen) Weg früher Lockerungen: "„Es sieht so aus, als wollten wir die Koexistenz mit dem Virus“.


Robert-Koch-Institut: Risikobewertung und Strategie

Auszug:

"Risikobewertung

Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt. Das Robert Koch-Institut erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein. Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Die Zahl der Fälle in Deutschland steigt weiter an.

Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt, für Risikogruppen als sehr hoch. Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu. Diese Gefährdung variiert von Region zu Region. Die Belastung des Gesundheitswesens hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab und kann örtlich sehr hoch sein. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern.

Infektionsschutz­maßnahmen und Strategie

Die massiven Anstrengungen auf allen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) verfolgen weiterhin das Ziel, die Infektionen in Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verzögern. Sie sollten durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen wie die Reduzierung von sozialen Kontakten mit dem Ziel der Vermeidung von Infektionen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich sowie eine Reduzierung der Reisetätigkeit ergänzt werden.

Dadurch soll die Zahl der gleichzeitig Erkrankten so gering wie möglich gehalten und Zeit gewonnen werden, um weitere Vorbereitungen zu treffen, wie Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen, Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen, Belastungsspitzen im Gesundheitssystem zu vermeiden und die Entwicklung antiviraler Medikamente und von Impfstoffen zu ermöglichen. ..."

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