WOLFGANG SCHILD

RECHTSANWALT

Einbürgerung bei Wohnsitz im Ausland

 

Sie leben im Ausland und möchten die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben?

Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht fordert für die Einbürgerung in den deutschen Staatsverband grundsätzlich, dass ein Einbürgerungsbewerber dauerhaft in Deutschland lebt. Hier  gewährt das Staatsangehörigkeitsrecht unter bestimmten Voraussetzungen sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Einbürgerung.

Lebt der Einbürgerungsbewerber dagegen im Ausland, ist eine Einbürgerung zwar möglich. Hier gilt aber: eine Einbürgerung erfolgt nur, wenn sie im staatlichen (bundesdeutschen) Interesse ist. Persönliche Wünsche und wirtschaftliche Interessen des Einbürgerungsbewerbers sind unbeachtlich. Ob ein Einbürgerungsbewerber eingebürgert wird, entscheidet die Behörde nach Ermessen. Einen gesetzlichen Anspruch auf Einbürgerung gibt es nicht.

In nachstehenden Fällen ist die Einbürgerung vom Ausland her zu relativ erleichterten Bedingen zugelassen:

 

A. Verlust oder Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit aus Gründen, die in Zusammenhang mit NS-Verfolgungsmaßnahmen stehen


Abkömmlinge früherer deutscher Staatsangehöriger im Sinne des § 12 Abs. 1 (1.) StARegG a.F. mit gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Unabhängig von ihrem Geburtsdatum: Eheliche Kinder, deren Mütter frühere deutsche Staatsangehörige im Sinne des § 12 Abs. 1 (1.) StARegG a.F. und deren Väter Ausländer sind - sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Unabhängig vin ihrem Geburtsdatum: Kinder, deren Mütter im Zusammenhang mit anderen NS-Verfolgungsmaßnahmen nach § 17 Nr. 6 RuStAG a.F. durch ihre Eheschließung mit einem ausländischen Mann die deutsche Staatsangehörigkeit verloren haben - sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Unabhängig von ihrem Geburtsdatum: Nichteheliche Kinder, deren Väter frühere deutsche Staatsangehörige im Sinne des § 12 Abs. 1 (1.) StARegG a.F. und deren Mütter - sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Ehemals nach § 12 Abs. 2 (1.) StARegG a.F. einbürgerungsberechtigte Abkömmlinge, die von diesem Einbürgerunganspruch keinen Gebrauch gemacht haben mit gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Abkömmlinge eines wiedergutmachungsberechtigten früheren deutschen Staatsangehörigen im Sinne des § 12 Abs. 1 (1.) StARegG a.F., der im Zusammenhang mit Verfolgungsmaßnahmen aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen in der Zeit vom 30.1.1933 bis zum 8.5.1945 vor dem 26.2.1955 eine fremde Staatsangehörigkeit erworben hat

 

B. Fälle mit staatsangehörigkeitsrechtlichem Wiedergutmachungsgehalt

Angesprochen sind Fälle, in denen Betroffene wegen einer früheren verfassungswidrigen Rechtslage die deutsche Staatsangehörigkeit verloren oder nicht erlangt haben.


Frauen, die nach § 17 Nr. 6 RuStAG a.F. die deutsche Staatsangehörigkeit durch Eheschließung mit einem Ausländer verloren haben

Kinder von Müttern, die nach § 17 Nr. 6 RuStAG durch ihre Eheschließung mit einem ausländischen Mann ihre deutsche Staatsangehörigkeit verloren haben

Vor dem 1.1.1975 bzw. vor dem 1.4.1953 geborene eheliche Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter

Vor dem 24.5.1949 geborene eheliche Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter - sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Vor dem 24.5.1949 geborene Kinder von Müttern, die nach § 17 Nr. 6 RuStAG a.F. durch Eheschließung mit einem ausländischen Mann die deutsche Staatsangehörigkeit verloren haben - sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Vor dem 24.5.1949 geborene nichteheliche Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter, bei denen die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft nach deutschen Gesetzen vor Vollendung des 23. Lebensjahres erfolgt war - sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Vor dem 24.5.1949 geborene eheliche Kinder, deren Mütter frühere deutsche Staatsangehörige im Sinne des Artikels 116 Abs. 2 GG und deren Kinder Ausländer sind - sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG

Vor dem 24.5.1949 geborene nichteheliche Kinder, deren Väter frühere deutsche Staatsangehörige im Sinne des Art. 116 Abs. 2 GG und deren Mütter Ausländerinnen sind- sowie deren Abkömmlinge bis zum Generationenschnitt des § 4 Abs. 4 StAG


C. Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit durch Antragserwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit nach dem 31.12.1999


Ursprünglich deutsche Staatsangehörige, die nach dem 31.12.1999 auf Antrag eine ausländischen Staatsangehörigkeit erworben und versäumt haben, eine Beibehaltungsgenehmigung einzuholen


D. Fälle eines besonderen öffentlichen Interesses an der Einbürgerung


in Fällen, in denen der Einbürgerungsbewerber durch die Einbürgerung für eine Tätigkeit im deutschen Interesse, insbesondere im Bereich der Wissenschaft, Kunst, Kultur, Medien oder des öffentlichen Dienstes gewonnen werden soll

 

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