WOLFGANG SCHILD

RECHTSANWALT

Umverteilung

Sie sind aus der Aufnahmeeinrichtung entlassen und einer Gemeinde zur weiteren Unterbringung und Versorgung zugewiesen oder möchten sogleich nach der Entlassung aus der Aufnahmeeinrichtung einer bestimmten Stadt zugewiesen werden, etwa weil dort Verwandte oder Freunde von Ihnen wohnen. Sie fragen sich, ob dies möglich ist.

Es geht hier um die sog. "Umverteilung".

Eine Umverteilung ist möglich, allerdings nur in engen Grenzen. Wie bei der Aufnahme in eine Aufnahmeeinrichtung zu Beginn des Asylverfahrens geht es auch bei der Verteilung nach Entlassung aus der Aufnahmeeinrichtung grundsätzlich nur um staatliche Interessen der gleichmäßigen Lastenverteilung und nicht um Ihre Interessen daran, in einer bestimmten Stadt leben zu können.

Eine Ausnahme sehen die Verteilungsregeln nur vor in Fällen, in denen Ehegatten zusammengeführt werden sollen oder Eltern mit ihren minderjährigen Kindern. In diesen Fällen können die Betroffenen verlangen, zusammengeführt zu werden.

In allen anderen Fällen ist eine Änderung der Zuweisung (Umverteilung) nur möglich, wenn die Stadt, der sie zugewiesen werden möchten, bereit ist, sie aufzunehmen. Zu einer solchen Aufnahme sind Städte nur in den allerseltensten und wenn überhaupt nur in Fällen bereit, in denen die Kosten Ihrer Unterbringung und Versorgung in vollem Umfang von jemand anderem, etwa von Ihrem Verwandten übernommen werden. Hierzu sind Verwandte in den allerseltensten Fällen tatsächlich in der Lage.

Kommt eine Umverteilung nicht in Betracht, bleibt die Möglichkeit, die Erlaubnis einzuholen, etwa Ihre Verwandten eine Zeitlang zu besuchen.

 

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